Ich kann die Begeisterung in den Foren über diese speziellen Ventiladapter nicht ganz nachvollziehen, habe sie mir aber trotzdem angeschafft, da sie mir von einem Kollegen im Garten- und Landschaftsbau empfohlen wurden. Die Theorie klingt verlockend: Man dreht den Kanister einfach kopfüber, hält ihn an, und der Tank füllt sich bis zum Rand, ohne dass man ständig aufpassen muss. Das System soll durch den entstehenden Unterdruck im Behälter automatisch abschalten.
In der Realität sieht es allerdings oft anders aus.
1. Die Dichte des Öls macht einen enormen Unterschied. Leichtflüssige Kraftstoffe funktionieren noch akzeptabel, schwerere Hydrauliköle fließen kaum oder gar nicht richtig ab.
2. Das Volumen des Kanisters und dessen Füllstand beeinflussen das Ergebnis. Je kleiner der Behälter, desto schneller baut sich der Unterdruck auf, was zu unregelmäßigem Nachlaufen führt.
3. Bei weichen Kunststoffkanistern verformt sich die Wandung durch den Unterdruck oft nach innen, bevor er nachlässt, was den Fluss stark unterbricht.
4. Der größte Nachteil bleibt das fehlende Sichtfeld. Man weiß nie genau, wie viel tatsächlich im Tank ist, was das Risiko des Überfüllens erhöht.
5. Das automatische Stoppen funktioniert selten präzise. Oft folgt nach dem 'Glucksen' noch ein Restfluss, der zu lästigen Verschlackungen führt.
Ich nutze die Ventile mittlerweile nur noch, um das mühsame Aufschrauben des Kanisters zu vermeiden, und befülle in kurzen Stößen, während ich den Füllstand kontrolliere. Lohnt sich der hohe Anschaffungspreis? Für den gelegentlichen Nutzer oder auch für Profis, die es eilig haben, meiner Ansicht nach kaum. Die eingesparte Zeit steht im keinem Verhältnis zum Preis, und die Präzision lässt stark zu wünschen übrig.